Raus aus der Schulsozialarbeit: Welche beruflichen Wege gibt es danach?

Fachkraft verlässt am späten Nachmittag ein Schulgelände.

Wenn du die Schulsozialarbeit verlassen möchtest, kannst du bei den Aufgaben ansetzen, die du außerhalb der Schule weiterführen willst: Bildungsangebote gestalten, persönliche Beratung übernehmen oder stärker organisieren. Außerschulische Jugendbildung, Suchtberatung und eine koordinierende Projektrolle zeigen unterschiedliche Richtungen. Sie verändern jeweils andere Teile deiner bisherigen Arbeit; keine davon ist allein durch Erfahrung in der Schulsozialarbeit automatisch zugänglich.

Du kannst die Arbeit mit jungen Menschen weiterhin interessant finden und trotzdem nicht mehr an einer Schule arbeiten wollen. Ebenso ist denkbar, dass du gerade die Beratung oder Gruppenarbeit hinter dir lassen möchtest. Bevor du eine nächste Tätigkeit auswählst, sollte dieser Unterschied klar sein: Was möchtest du außerhalb der Schule noch tun?

Schule verlassen und fachliche Aufgaben auseinanderhalten

Schulsozialarbeit umfasst Beratung von Schülern, Eltern und Schulpersonal, Einzel- und Gruppenangebote sowie Vernetzung. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und anderen Berufsgruppen.

Welche dieser Aufgaben machst du gerne? Vielleicht möchtest du weiterhin mit Gruppen arbeiten, aber deine Angebote nicht mehr im schulischen Zusammenhang gestalten. Vielleicht interessieren dich Beratungsgespräche, während du künftig ein anderes fachliches Thema bearbeiten willst. Oder du möchtest mehr Zeit auf Planung und Abstimmung verwenden als auf die eigene Durchführung von Angeboten.

Beschreibe auch, was an deiner gegenwärtigen Zusammenarbeit anders werden soll. Geht es um bestimmte Zuständigkeiten an dieser Schule oder um die schulbezogene Arbeit selbst? Wenn du an einer anderen Schule bleibst, ist dein Wunsch, den schulischen Kontext ganz zu verlassen, damit noch nicht erfüllt. Willst du dagegen in ein anderes Arbeitsfeld wechseln, braucht dieses Ziel einen eigenen fachlichen Inhalt.

Die folgenden Richtungen helfen dir, Aufgaben außerhalb der Schule zu vergleichen. Kläre anschließend die fachlichen und formalen Anforderungen der jeweiligen Position.

Bildungsarbeit außerhalb der Schule: Angebote entwickeln und durchführen

Wenn dir Gruppenarbeit und die Vermittlung von Inhalten wichtig sind, lohnt sich ein Blick auf außerschulische Jugendbildung. Im Jugendrotkreuz gehören dazu die Konzeption, Organisation und Durchführung von Bildungsangeboten.

Du verlässt damit den schulischen Rahmen, kannst aber weiterhin Angebote mit Gruppen umsetzen. Wenn du lieber Konzepte erarbeiten möchtest, kläre deshalb, wie viel eigene Durchführung dazugehört.

Frage nach den Zielgruppen, dem benötigten Fachwissen und den Veranstaltungszeiten. So kannst du prüfen, ob die Tätigkeit sowohl fachlich als auch organisatorisch zu deinem Wechselwunsch passt.

Welche Bildungsangebote hast du bereits selbst vorbereitet und durchgeführt? Mit welchen Gruppen hast du gearbeitet? Vergleiche diese Erfahrung mit dem konkreten Auftrag. Ein vertrauter pädagogischer Bezug ersetzt nicht die Prüfung zusätzlicher Anforderungen.

Beratung zu einem anderen Thema: Suchtberatung als Beispiel

Möchtest du persönliche Gespräche beibehalten, kann ein anderes Beratungsthema interessant sein. In der Suchtberatung werden Anliegen Betroffener und ihres Umfelds geklärt und weitere Hilfen erschlossen.

Du würdest dich damit fachlich von schulbezogenen Anliegen wegbewegen. Beratung bliebe jedoch ein wesentlicher Teil der Arbeit. Wenn du vor allem keine Einzelgespräche mehr führen möchtest, ist dieses Feld kein passender Ersatz allein deshalb, weil der Arbeitsort ein anderer wäre. Soll zusätzlich die Altersgruppe wechseln, brauchst du eine konkrete Auskunft: Suchtberatung bedeutet nicht automatisch ausschließlich Erwachsenenarbeit.

Unterscheide dabei Beratung und Therapie. Gruppen- und Einzeltherapie in der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker erfordert eine entsprechende suchttherapeutische Weiterbildung.

Kläre für den Wechsel, welches suchtfachliche Wissen vorausgesetzt wird, welche Anliegen du übernehmen würdest und wie du eingearbeitet wirst. Interesse an Beratung allein beantwortet diese Fragen noch nicht.

Koordination: die Organisation stärker zum Gegenstand machen

Wenn du lieber Abläufe vorbereitest und Beteiligte zusammenbringst, kann eine andere Rolle innerhalb eines sozialen Projekts interessant sein. Du würdest dabei deine Kompetenzen anders einsetzen. Ob daraus ein passender nächster Schritt wird, hängt von deiner tatsächlichen Verantwortung in bisherigen Vorhaben ab.

Bei Projektkoordination verschiebt sich der Blick auf Ziele, Planung, Fortschritt und die Abstimmung zwischen Beteiligten. Überlege, welche dieser Aufgaben du bereits selbst verantwortlich übernommen hast und wo du zusätzliches Wissen brauchst.

Übertrage darauf nicht pauschal alles, was du an der Schule organisiert hast. Eine von dir geplante Veranstaltungsreihe kann ein konkreter Gesprächsanlass sein: Für welche Schritte warst du zuständig? Hast du nur Termine abgestimmt oder auch Berichte und Förderunterlagen bearbeitet? Wo dir Praxis fehlt, sollte das sichtbar bleiben.

Prüfe auch den fachlichen Zweck des Projekts. Eine koordinierende Rolle in einem sozialen Vorhaben kann weiterhin eng mit deinen bisherigen Themen verbunden sein. Wenn du diese ganz verlassen möchtest, muss auch der Projektkontext zu deinem Ziel passen.

Welche Teile der Schulsozialarbeit sollen mitkommen?

Die drei Richtungen verlangen unterschiedliche Entscheidungen. Bei der Jugendbildungsarbeit wäre die Frage, ob du außerhalb der Schule weiterhin Angebote durchführen und mit Gruppen arbeiten möchtest. Bei Suchtberatung geht es um ein anderes fachliches Beratungsthema. Eine koordinierende Rolle verschiebt den Schwerpunkt stärker auf Abläufe, Berichte und Zusammenarbeit.

Wähle nach dem Aufgabenanteil, den du künftig tatsächlich übernehmen willst. „Ich möchte die Schule verlassen und weiterhin Bildungsangebote durchführen“ führt zu anderen Fragen als „Ich möchte weniger selbst beraten und mehr organisieren“. Beide Aussagen können eine Richtung beschreiben, ohne schon festzulegen, welcher Arbeitgeber zu dir passt.

Behalte dabei die übrigen Aufgaben im Blick. Frage beispielsweise nach Veranstaltungszeiten, Gesprächsanteilen und Dokumentation. Eine Position ist erst dann näher eingegrenzt, wenn du auch diese Teile übernehmen möchtest und weißt, welche Anforderungen noch offen sind.

Der schulische Kontext muss nicht bleiben, nur weil dir einzelne Aufgaben vertraut sind. Umgekehrt müssen diese Aufgaben nicht verschwinden, wenn du die Schule verlässt. Entscheidend ist, welche davon deinen nächsten beruflichen Alltag prägen sollen.

Quellen